| An der Schnittstelle von Kunstraum und Ladenlokal positionierte sich das KUNSTGESCHÄFT inmitten der innerstädtischen Warenwelt. Kunstobjekte in einer Auflage von mindestens drei Exemplaren bis unlimitiert mischten sich unter das Angebot der sonstigen Konsumgüter. Die Idee eine "Kunstort für Jedermann" zu schaffen, also auch für diejenigen, die ansonsten nicht zu den Galerie- und Museumsbesuchern zählen, löste sich ein. Die durch das Schaufenster sichtbare und mit Kunstobjekten ausgestattete Eisvitrine weckte das Interesse der Passanten. Viele kamen einmal "schnell" herein, um zu sehen, was es mit dieser Art von Laden auf sich hat. Eine große Zahl der Besucher und Kunden verweilte lange im KUNSTGESCHÄFT oder kam auch mehrmals, um sich die Multiples genauer anzusehen oder etwas zu kaufen, was bereits beim vorangegangenen Besuch das Interesse geweckt hatte. Ein Verhalten, das eher der Konsumwelt als dem Kunstkontext zuzuordnen ist. Gekauft wirde überwiegend die "originelle Idee zum kleinen Preis". Die teuren Multiples blieben, bis auf wenige Ausnahmen, Ausstellungsstücke. Das KUNSTGESCHÄFT war Laden und Ausstellungsraum, Treffpunkt und Vermittlungsort. Ein Forum mit vielen Facetten. Es funktionierte nach den Gesetzen der Verkaufswelt und irritierte und inspirierte zugleich durch sein Angebot. Als Gesamtprojekt, aber auch in einzelnen Multiples berührte es Fragen rund um unsere Konsumgesellschaft mit ihrer Warenflut und unserem Kaufverhalten, als auch Fragen nach der Wa(h)re Kunst. Der Erfolg des Projekts lässt sich nicht am Umsatz messen. Bedeutend ist die große Zahl der Besucher und Kunden, sind die interessanten Gespräche, die sich inmitten der Kunstobjekte entwickelten und die positive Resonanz, die wir erfahren haben. |
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